Marc Steiner
Marc Steiner

Bitcoin Transaktionsgebühren reduzieren

Bitcoin-Gebührenmarkt

Bitcoin Transaktionsgebühren zu reduzieren oder sogar einzusparen ist sicherlich jedem recht. Wir erinnern uns an die von diversen Medien ausgeschlachteten Schlagzeilen, dass 2017 eine Bitcoin Transaktion 50 US-Dollar, Euro, CHF oder mehr gekostet hat. Kann das wieder passieren? Klar! Wird es wieder passieren? Klar!

Bitcoin_Transaktionsgebühren_total
Quelle: https://bitinfocharts.com/

Der Grund ist einfach: Der Gebührenmarkt bei Bitcoin funktioniert nach Angebot und Nachfrage. Grundsätzlich wird im Schnitt alle 10 Minuten ein Bitcoinblock erstellt, gefüllt mit bestätigten Transaktionen. Der Platz in einem Block ist aber beschränkt, das heißt nicht alle Transaktionen werden umgehend im nächsten Block bestätigt. Per 2020 finden im Schnitt ca. 2’500 Transaktionen in einem Block Platz. 

Der reduzierte Platz in einem Block bedeutet nun, dass ein Gebührenmarkt entsteht. Je mehr Transaktionen auf eine Bestätigung warten, desto höhere Gebühren können verlangt werden, um diese schneller bestätigen zu lassen und umgekehrt. 

Wichtig zu verstehen ist nun, dass sich die Gebühren nicht als prozentualer Anteil an der zu überweisenden Summe berechnen lassen, wie das zum Beispiel bei normalen Banküberweisungen der Fall ist. Die Bitcoin Transaktionsgebühren werden anhand der Datengröße der Transaktion selbst berechnet, welche pro Daten-Einheit (Byte) teurer wird, wenn viele Transaktionen auf eine Bestätigung warten. Dabei spielt es keine Rolle, wie groß der Betrag ist, welchen es zu überweisen gilt, sondern alleine wie groß die Transaktion ist. Klingt verwirrend oder? Lass es mich anhand einer Analogie erklären.

Bitcoin-Scheck-Prinzip

Bitcoin funktioniert sehr ähnlich wie physisches Bargeld. Du kannst total 100 CHF als eine Note oder aber auch als zwei 50 CHF-Noten in deiner Brieftasche haben. Der Gesamtwert, den du ausgeben kannst (Output), ist genau gleich, nur die Zusammenstellung der Noten (Input) kann verschieden aussehen. 

Umgemünzt in die Bitcoinsprache heißt dies nun, dass man zum Beispiel 0.8 BTC ausgeben (Output) kann, basierend auf 0.5, 0.1 und 0.2 BTC, welche einem zur Verfügung stehen (Input). 

Ich würde nun aber lieber von «Bitcoin-Schecks» sprechen anstelle von «Bitcoin-Noten», da es nur eine begrenzte Anzahl an Notenwerten gibt, 10 CHF, 20 CHF, 50 CHF, 100 CHF. Ein Scheck ist da viel flexibler und spiegelt das Bitcoinmodell auch viel besser wider. Man kann nämlich jeden Bitcoinbetrag als Input zur Verfügung haben, genau wie bei einem Scheck.

Doch was hat das Ganze jetzt mit dem Reduzieren von Bitcoin Transaktionsgebühren zu tun? Gebühren bezahlt man auf die Datengröße der Transaktion und nicht auf die Summe, die überwiesen wird, du erinnerst dich. Das heißt nun, je mehr «Bitcoin-Schecks» du ausgeben musst, um deinen Gesamtbetrag zu überweisen, desto höher sind die Gebühren, weil mehr Schecks eine höhere Datengröße der Transaktion bedeuten.

Transaktionen konsolidieren

Du kannst nun zukünftige Gebühren sparen, indem du deine Transaktionen in Zeiten von niedrigen Bitcoingebühren konsolidierst. Das heißt, du machst aus deiner Transaktion im Bild oben (drei Inputs) einen Betrag, der in der Summe gleich ist, aber nur noch einen Input hat. Tönt etwas technisch, lass es mich dir erklären:

  1. Du öffnest dein Wallet 
  2. Du generierst eine neue Empfangsadresse im gleichen Wallet
  3. Danach sendest du den Gesamtbetrag deines Wallets an diese neue, eine Adresse. Du schickst dir quasi den Gesamtbetrag selbst!

Mehr musst du nicht machen. Du hast immer noch denselben Betrag zur Verfügung, im Hintergrund besteht dieser Betrag aber nur noch aus einem einzigen «Bitcoin-Scheck». Wenn du das nächste Mal diesen Scheck ausgeben willst, hast du nur noch einen Input anstelle wie in unserem Beispiel drei Inputs. Du hat also die Datengröße und somit die Transaktionsgebühren reduziert.

Um den perfekten Zeitpunkt für eine Konsolidierung zu finden, gibt es verschiedene Webseiten, die einem anzeigen, wie viele Transaktionen sich gerade in der Warteschleife befinden und wie hoch die Gebühren sind. Die Seite mempool.space bietet hier die beste Übersicht mit guter bildlicher Darstellung. 

Gewisse Wallets bieten auch die Möglichkeit, seine Gebühren selber einzustellen. In Zeiten, in denen man seine Transkationen konsolidiert, kann das natürlich auch sehr hilfreich sein, um möglichst den niedrigsten Betrag zu bezahlen. Schaue in deinem Wallet nach, ob du eine solche Funktion findest.

Weitere Infos und Links

Wenn du weitere Fragen zu Bitcoin Transaktionen hast, findest du hier weiterführende Infos:

  • Hier findest du zwei Artikel, die erläutern, wie eine Bitcoin Transaktion funktioniert Artikel 1 & Artikel 2
  • Eine sehr technische Beschreibung, wie eine Bitcoin Transaktion aufgebaut wird von meinem Blog Artikel
  • In diesem Artikel findest du eine sehr technische Erklärung, wieso man pro Transaktionsgröße und nicht einen prozentualen Anteil der überwiesenen Summe bezahlt. Der Artikel ist leider in Englisch, da ich keine gute deutsche Erklärung gefunden habe: 

Newsletter

Für weitere wertvolle Informationen rund um das Thema Bitcoin und Sicherheit melde dich jetzt für meinen Newsletter an.

Hat dir der Artikel gefallen? Unterstütze mich mit Bitcoin-Lightning. Danke!

sats
Marc Steiner
Marc Steiner

Bitcoin-Berater & Digital-Experte

Weitere interessante Artikel

Wie viele Bitcoins gibt es aktuell?

Um es vorwegzunehmen: Die Antwort auf die Frage «Wie viele Bitcoins gibt es?» lautet zum Zeitpunkt dieses Artikels 18’470’948.37854892 Bitcoins. Wenn du

Bitcoin Glossar

BIP: Bitcoin Improvement Proposal ist ein Design-Dokument und gleich- zeitig der Standardweg, um neue Features und Informationen im Bitcoin- Protokoll einzubringen. Bit:

Kontakt

Du willst wissen wie Bitcoin funktioniert, mit mir ein Wallet aufsetzen oder generell über digitale Themen reden?

Buch Veröffentlichung: 

verschoben auf Mai 2020

Ca. 130 Seiten – 19.90€/22CHF 

Willst du den Release nicht verpassen? Trage deine E-Mail Adresse ein oder folge mir auf Twitter und LinkedIn.