Marc Steiner
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Coronavirus: Handy Überwachung in der Schweiz verbieten: Swisscom opt-out

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Die Handy Überwachung

In Zeiten des Coronavirus kommt das Thema «Handy Ortung und Überwachung» wieder vermehrt in die Köpfe der Leute. Sogar Edward Snowden äussert sich zu diesem Thema in einem Artikel:

“Rechtfertigt der Zugewinn an Effizienz die Kosten für die zivilen, öffentlichen und individuellen Freiheiten?” – Edward Snowden

Das Ziel der Überwachung ist den meisten Ländern das gleiche. Man will Bewegungströme von Mobilfunkkunden auswerten können, um bessere vorhersagen zur Ausbreitung des Coronaviruses treffen zu können.

In der Schweiz werden per Ende März 2020 nur die Daten der Swisscom ausgewertet. Anderen Anbieter liefern (aktuell) keine Daten.

Auf meine persönliche Anfrage zur Handy Überwachung bei Wingo (Telekommunikationsanbieter und eigenständige Marke von Swisscom) erfolgte die folgende Stellungnahme:

„Die Behörden haben im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie eine Verfügung zur Zusammenarbeit mit Swisscom im Bereich Analyse von Standortdaten erlassen.

Die Behörden möchten Hinweise erhalten, ob das Verbot von Menschenansammlungen von mehr als 5 Personen im öffentlichen Raum, namentlich auf öffentlichen Plätzen, auf Spazierwegen und in Parkanlagen eingehalten wird (Artikel 7c Absatz 1 COVID-19-Verordnung 2).

Dies mithilfe von 24 Stunden zurückliegenden ungefähren Standortdaten von Swisscom SIM-Karten. Das System von Swisscom (gestützt auf Art. 45b des Fernmeldegesetzes) weist Gebiete mit mindestens 20 SIM-Karten auf einer Fläche von 100 mal 100 Metern aus.

Zugriff auf diese Auswertungenhaben zudem nur wenige Personen beim BAG. Die Analysen/Visualisierungen sind vollständig anonymisiert und aggregiert, d.h. lediglich als Gruppenwert erkennbar. Somit sind keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen und auch keine Bewegungsprofile möglich.

Die Angaben dürfen weder für andere Zwecke verwendet, noch mit weiteren Daten verknüpft werden, auch nicht für Strafverfahren.

Die Vorgaben des Datenschutzgesetzes und die ethischen Grundsätze, welche Swisscom bei der Datenverwendung befolgt, werden vollumfänglich eingehalten.

Ein Opt-Out kann via eCare unter „Mein Profil“ aktiviert werden. Somit werden die Daten nicht für weitere Analysen verwendet.“ – Wingo März 2020

Aus temporär wird immer

Kommt man auf die Einwände von Edward Snowden zu den aktuellen Massnahmen zurück, spricht er einen guten Punkt an:

„Es bestehe die Gefahr, dass Regierungen Befugnisse, die ihnen in der Krisenzeit gewährt werden, auch danach weiter nutzen könnten […]“ – Edward Snowden

Aus temporär wird immer! Ein Beispiel dafür ist die damalig temporär eingeführte Mehrwertsteuer in der Schweiz, welche später fix wurde.

Wieso sollte dies nicht auch mit der Handy Überwachung passieren? Gesetze können angepasst werden. Klar ist nur so ein Gedanken, aber wer weiss…

Falls du jetzt nicht willst, dass man deine anonymisierten Daten auswerten kann, gibt es das sogenannte «opt-out» (nicht mitmachen) Verfahren. Dieses verpflichtet die Telekommunikationsanbieter, die Daten gemäss deinen Einstellungen zu behandeln.

Opt-Out Anleitung für Swisscom

Die Anleitung gilt nur für Privatkunden. Für Unternehmensvertäge, muss man sich direkt mit dem Kundendienst von Swisscom in Verbindung setzen. Opt-Out geht für Unternhmen nicht via Kundencenter.

  1. Einloggen auf: https://www.swisscom.ch/de/privatkunden.html unter «Kundencenter» oder «Login»
  1. Mit Swisscom Login einloggen
  1. Klicke auf «Mein Profil» und nimm unter «Datenschutz» die entsprechenden Einstellungen vor

Opt-Out Anleitung für Wingo

Für weitere Swisscom Drittmarken wie M-Budget oder Coop kann man das auf eine ähnliche Art und Weise auf deren Seiten umsetzen

  1. Einloggen auf: https://www.wingo.ch
  2. Klicke auf «Mein Profil»
  3. Unter «Ich habe die Kontrolle über meine Daten» die entsprechenden Hacken setzen
webseite-my-wingo-opt-out-einstellungen

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Marc Steiner
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Digital-Experte & Bitcoin-Beratung

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